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19.06.2020 Energiewendebremser ausgebremst

Der Klimareporter berichtet, dass die bisherige übertriebene Windkraftverbotszone um Flugsicherungsanlagen verkleinert wird.


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13.3.2020 StZ: Bürger stimmen für Windräder

Bei einem Bürgerentscheid in Tengen hat eine große Mehrheit für neue Windräder gestimmt – das ist in dieser Form einmalig im Südwesten. Könnte das Vorgehen in Tengen Vorbild für andere Kommunen werden?


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24.4.2019 KONTEXT: Angst killt Argumente


Im Schwarzwald bringt ein Bürgerentscheid ein lokales Projekt für erneuerbare Energie zu Fall: Windkraftgegner schürten erfolgreich Ängste gegen Bürgerwindräder. Zum kontext Artikel


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StZ: Weniger Windradstandorte im Rems-Murr-Kreis

Die Stuttgarter Zeitung berichtet über die Streichung von fünf Windkraft Standorten im Rems Murr Kreis: Keine Windkraft auf der Buocher Höhe


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BKZ: Da kann man nicht groß diskutieren

Die BKZ berichtet am 18.6.18 zur Aufgabe des Windparks Rudersberg/Jux: "Da kann man nicht groß diskutieren"


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1. Antwort an Herrn Hausmann MdL

Veröffentlicht von Reinhard (reinhard_rueckenw) am 26 Apr 2016
Meinung >>

 

Sehr geehrter Herr Hausmann,

recht herzlichen Dank für Ihre rasche und ausführliche Antwort. Dadurch ist mir Ihre Position verständlicher geworden. Allerdings habe ich jetzt noch mehr offene Fragen an Sie als vorher.

Die Frage, ob die DFS die Flugsicherheit beim Betrieb eines DVORs Luburg für den nordwestlichen 10 bis 15 km Bereich unseres Landkreises als ausreichend gegeben ansieht, sollten wir doch getrost der DFS und dem BAF überlassen. Diese Behörden werden uns ihre Einschätzung schon mitteilen. Der Kreistag muss doch deshalb nicht im voraus eilenden Gehorsam schon die eigene Meinungsäußerung unterdrücken? Warum also wollen Sie, will die FDP-FW Fraktion eine Abstimmung zum Thema Umrüstung zum DVOR im Kreistag verhindern?

Eine Modernisierung des Flugfunkfeuers bedeutet einen Gewinn an Flugsicherheit über dem Rems-Murr-Kreis. Wollen Sie, will Ihre Fraktion diese Verbesserung der Flugsicherheit nicht?
"Ein DVOR-Sender ist typischerweise zwei- bis dreimal genauer als ein herkömmlicher VOR-Sender. Beim DVOR beträgt der Radialfehler selten mehr als 1°, während der Radialfehler beim gewöhnlichen VOR bei bis zu 2,5° liegen kann."
Quelle:
https://de.wikipedia.org/wiki/Drehfunkfeuer#DVOR_.28Doppler-VOR.29

Im übrigen geht es beim DVOR um einen 10 km Bauschutzbereich, nur bei VOR-Technik gilt noch die alte 15 km Bauschutzzone. Die Bundesregierung hat auf eine kleine Anfrage der Grünen im Bundestag hin zugesagt, dass die 10 km Regelung für DVOR-Anlagen sofort umgesetzt wird (siehe Anlage).

Die FDP möchte doch Partei des Mittelstandes sein. Alleine für den Windpark Zollstock/Springstein mit 6 WEAs sind 30 Millionen EUR an Investitionen zu erwarten. Anschließend wird mit rund 8 Millionen Umsatz im Jahr gerechnet. Demgegenüber stehen 800.000,- EUR Investitionen für die Umrüstung zum DVOR.

Insider gehen davon aus, das insgesamt 20 WEAs im nördlichen Rems-Murr-Kreis errichtet werden könnten, wenn die Blockade der DFS überwunden wird. 20 WEAs entsprechen einem Investitionsvolumen von etwa 100 Millionen EUR und einem Jahresumsatz von etwa 26 Millionen EUR. Warum sollen Investitionen im Kreis verhindert werden, wenn der Aufwand sie zu ermöglichen weniger als 1 % der Investitionssumme beträgt?

Die Schätzung des Winkelfehlers bei Drehfunkfeuern durch die DFS ist umstritten. Sowohl die Auslegung der Norm zur Winkelfehler Bestimmung wie auch das mathematische Verfahren zur Berechnung des Fehlers durch die DFS wird von namhaften Wissenschaftlern als ungeeignet bezeichnet. Verschiedene renommierte Institute haben reale Messungen im Flug durchgeführt und ab 3 km Entfernung von einem DVOR Funkfeuer keine Beeinflussung des Winkelfehlers bei DVOR-Anlagen mehr feststellen können (siehe Anlage). Die im Rems-Murr-Kreis geplanten Windparks liegen alle weiter als 10 km vom Drehfunkfeuer Luburg entfernt. Deshalb sehen wir mit der Modernisierung des Funkfeuers zu einer DVOR Anlage keine Hindernisse mehr von Seiten der Flugsicherheit für die geplanten Windparks.

Auf Ihrer persönlichen Homepage ist Ihr Leitsatz: „Liberale lassen den Menschen die Freiheit, für dich selbst zu entscheiden!“ Viele Bürger im Rems-Murr-Kreis würden sich gerne für ein Bürgerwindrad engagieren. Leider wird das bis heute durch die Blockade der Flugsicherung ohne nach vollziehbaren Grund verhindert. Wir würden uns freuen, wenn Sie im Sinne Ihres Leitsatzes diesen Bürgern die Freiheit selbst zu entscheiden ermöglichen würden, solange die Flugsicherheit nicht nachweislich beeinträchtigt ist. Denn in diesem Punkt sind wir eigentlich einer Meinung, Flugsicherheit geht vor.

In der Kreistagsordnung § 29 heißt es: „Auf Antrag einer Fraktion oder eines Sechstels der Kreisräte ist ein Verhandlungsgegenstand auf die Tagesordnung der nächsten Sitzung des Kreistags zu setzen. Die Verhandlungsgegenstände müssen zum Aufgabengebiet des Kreistags gehören.“

Der Landkreis hat 2012 ein integriertes Klimaschutzkonzept verabschiedet, der Landkreis ist Mitglied beim Klimaschutz Bündnis und Mitglied in der Nationalen Klimaschutz Initiative.  Im Klimaschutz Bündnis hat sich der Landkreis zu einer Reduzierung des CO2 Ausstoßes um 10 % alle 5 Jahre verpflichtet. Daher ist Klimaschutz eine der großen Aufgaben im Kreis. Laut Integriertem Klimaschutzkonzept des Rems-Murr-Kreises stellt die Windkraft den zweitgrößten Anteil an der CO2 Reduzierung. Um die Ziele des Klimaschutzkonzepts einhalten zu können, hätten in 2015 mindestens vier Windenergieanlagen ans Netz gehen müssen. Leider ist das nicht der Fall. Der Landkreis verfehlt also im Augenblick sein selbst gestecktes Ziel.

Deshalb meine Frage an die Gegner der Windkraftanlagen in unserem Kreis: Auf welchem anderen Weg wollen Sie hier bei uns im Kreis die für den Klimaschutz dringend erforderliche Reduzierung des CO2 Ausstoßes erreichen?

Mit freundlichen Grüßen  Reinhard Muth

Zuletzt geändert am: 26 Apr 2016 um 11:07

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