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BKZ: Da kann man nicht groß diskutieren

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Offener Brief Plüderhausen

Veröffentlicht von Reinhard (reinhard_rueckenw) am 25 Oct 2015
Meinung >>

Im Mitteilungsblatt der Gemeinde Plüderhausen ist ein offener Brief zum Thema Infraschall und WEAs veröffentlicht worden. In diesem offenen Brief wird der Eindruck erweckt, dass nach neueren Untersuchungen der Pysikalisch Technischen Bundesanstalt (PTB) und der Landesanstalt für Umwelt, Messungen und Naturschutz Baden-Württemberg (LUBW) Gesundheitsgefahren durch Infraschall wahrscheinlich sind. Das Gegenteil ist richtig, wie man bei der PTB auf einer extra dafür geschrieben Seite nachlesen kann.

Zitat:
"Unterhalb der Hörschwelle gab es keine nachweisbare Erregung im auditorischen Cortex. Nach diesem Wissensstand muss davon ausgegangen werden, dass bei kurzzeitigen, auch wiederholten Schallreizen bei Unterschreiten der Hörschwelle auch die Erregung in der Hörbahn verschwindet. Die Erhebung der Daten der Gehirnaktivierung parallel zu und abgestimmt mit den Ergebnissen der Bestimmung der Hörschwellen und Lautstärkewerten sind in dieser Form neuartig."

Warum verunsichern einige wissenschaftlich medizinisch ausgebildete Bürger dann immer noch ihre Mitbürger mit solchen Falschmeldungen?

Hier kann der Artikel aus dem Gemeindeblatt Plüderhausen nachgelesen werden.

Hier kann die Klarstellung der PTB nachgelesen werden.

Hier können die Positionen der LUBW nachgelesen werden.

Es gibt auch andere Bürger mit wissenschaftlich medizinischer Ausbildung, die sich um Aufklärung bemühen. Hier folgt die Stellungnahme von Dr. Klett zum offenen Brief:

Die Landesanstalt für Umwelt Baden-Württemberg(LUBW)hat ein neues Gutachten erstellt, dessen Zwischenbericht am 12.2.2015 veröffentlicht wurde. Es wurde begonnen, da die neuen Windräder höher sind, als die vorherigen. Dazu vom Bayerischen Landesamt für Umwelt: "Da die Flügel der neuen Windräder sehr groß sind und sich deshalb langsam drehen, sind die von ihnen erzeugten Geräuschpegel jedoch deutlich kleiner als bei den sich schnell drehenden Propellern der älteren Windräder. Moderne Windanlagetypen, deren Flügel auf der dem Wind zugwandten Seite - also vor dem Turm - angeordnet sind, erzeugen weniger Infraschall als ältere Anlagen, deren Flügel hinter dem Turm vorbeistreichen und regelmäßig in dessen Windschatten geraten."  Das Fazit der LUBW: "Der von Windenergieanlagen erzeugte Infraschall  liegt in deren Umgebung deutlich unterhalb der Wahrnehmungsgrenzen des Menschen. Deshalb sind nach heutigem Stand der Wissenschaft schädliche Wirkungen durch Infraschall bei Windenergieanlagen nicht zu erwarten.   Verglichen mit dem Infraschall von Verkehr, Industrie und Natur selbst ist der von Windenergeianlagen erzeugte Infraschall gering. Betrachtet man den gesamten Frequenzbereich, so heben sich die Geräusche einer Windenergieanlage schon in wenigen hundert Metern Entfernung meist kaum mehr von den natürlichen Geräuschen von Wind und Vegetation ab. Da die Hörschwelle deutlich unterschritten wird, sind weder Belästigungen noch krankmachende Wirkungen zu erwarten. Für sonstige Effekte, über die gelegentlich berichtet wird, gibt es bislang keine gesicherten wissenschaftlichen Belege. Zum gleichen Ergebnis kommt das Bayerische Landesamt für  Umwelt im Jahr 2014. Auch eine dänische Studie kam zu dem Schluss, bei Messungen an Windrädern bis 3,6 MegaWatt, daß selbst dicht an den Windenergieanlagen der Schalldruckpegel weit unter der normalen Hörschwelle liegt und der Infraschall daher nicht als Problem angesehen wird. Aktuelle Messungen des Bayerischen Landesamtes für Umwelt sowie eine Studie aus Australien legen weiterhin dar, daß Windenergieanlagen keinen wesentlichen Einfluss auf die Höhe der Infraschallemissionen haben. Infraschall wird im ländlichen Bereich durch den Wind bestimmt, im städtischen Bereich sind technische Anlagen die Hauptquelle. Der Zwischenbericht der LUBW wurde gemeinsam mit dem Landesgesundheitsamt BW veröffentlicht, also bestehen auch von dieser Seite keine Bedenken. Hinter dem Landesgesundheitsamt steht auch die ganze Ärzteschaft, da beide die gleichen Ziele verfolgen. Im Gegensatz dazu steht  diese Panikmache wegen des Infraschalls, die einige wenige Ärzte betreiben.

In meinem inzwischen über 5 Jahrzehnte dauernden Medizinerleben ist mir noch nie Infraschall als Ursache für eine bedeutende Gesundheitstörung begegnet. Ich kenne auch keine anderen Ärzte, die das erlebt haben, ich habe auch nie einen wissenschaftlichen Bericht darüber gelesen. Wenn Infraschall eine krankmachende Wirkung hätte, wäre das mit Sicherheit schon lange bekannt, zumal es die Fachrichtung Hals-Nasen Ohren-Heilkunde gibt, aus der ich noch nie solche Nachrichten gehört habe.   Mein Sohn leitet als Oberarzt seit Jahren die Notaufnahme des riesigen Uniklinikums Mainz im inneren Bereich, wo sich die Patientenzahlen inzwischen auf etwa 16.000 pro Jahr erhöht haben. Er hat in diese Jahren unendlich viele Patienten verantwortlich betreut, es ist ihm nie Infraschall als Ursache von Krankheiten begegnet, und er hat alles gesehen. Auch der Kontakt mit sehr vielen Kollegen in dem Klinikum und außerhalb ergab nie einen solchen Zusammenhang, auch nicht in Zeitschriften und Lehrbüchern und bei der Fortbildung. Er selbst wohnt in einer eingemeindeten Ortschaft von Mainz, wo es von Windrädern nur so wimmelt. Er hat dort noch nie etwas Negatives von Windrädern gehört und lebt mit seiner Familie mit teils noch kleinen Kindern zufrieden und ohne Bedenken inmitten der Windradgebiete wie auch die ganze Ortschaft, in der viele Kinder gibt. Der erwähnte Bericht der Physikalisch-Technischen Bundesanstalt vom 10.7.2015 liegt mir vor. Er bestätigt keinesfalls negative gesundheitliche Auswirkungen für den Menschen. Es besteht eine Versuchsanordnung, in der Versuchspersonen in einem  völlig schalldichten Raum Infraschall ausgesetzt werden. Dazu wurde für das Projekt eine Maschine konstruiert, die reine Infraschalltöne ohne jeden höheren Ton erzeugt. Die Versuchspersonen sitzen mit geschlossenen Augen unmittelbar vor dieser Infraschallmaschine. Die Versuchspersonen wurden nach ihrem subjektiven Hörempfinden befragt. Alle Betreffenden gaben dabei ausdrücklich an, etwas gehört zu haben, wobei nicht eine tonale Wahrnehmung vorlag. Außerdem wurde beobachtet,daß Gehirnregionen ansprachen,die sonst auf Emotionen ansprechen. Das heißt, der Mensch nimmt dann eher irgendetwas diffus und unbestimmt wahr, daß da irgend etwas ist und daß das auch eine Gefahr bedeuten könnte. Das bedeutet für mich, daß die jeweilige Person eine mögliche Gefahr im Sinne eines Fluchtreflexes zum eigen Schutz erahnen könnte, aber niemals eine gesundheitliche Gefahr empfindet. Dazu ist auch die Versuchsanordnug niemals mit normalen Lebensumständen zu vergleichen und es kann auch kein Schluss für gesundheitliche Gefahren daraus gezogen werden. Diese Grundlagenforschung soll weitergehen, dabei müssen auch die Effekte berücksichtigt werden, daß manche Menschen bereits aus Angst vor einer objektiv gar nicht vorhandenen Gefahr krank werden. Daher sollen auch Psychologen mit in das Forschungsteam. Aus diesem Forschungsbericht negative gesundheitliche Auswirkungen für den Menschen herzuleiten, wie es im Gemeindeblatt steht, halte ich nicht für berechtigt und für eine grobe Entstellung des Berichtes, wie ich es an dieser Stelle schon öfter erlebt habe.

Im Gemeideblatt wird richtig berichtet, daß der Deutsche Ärztetag eine Intensivierung der Forschung von möglichen gesundheitlichen Gefahren beantragt hat. Fairerweise hätte aber dann auch erwähnt werden müssen, daß gleich der nächste sehr eindringliche Antrag folgte, daß der Deutsche Ärztetag 2015 folgendes  beschließen solle: "Geeignete Maßnahmen zu ergreifen, um die Debatte über Klimawandel und Gesundheit in der Ärzteschaft zu fördern, die Öffentlichkeit über die potentiellen Folgen des Klimawandels für die Gesundheit und über die Notwendigkeit der Reduktion von Treibhausgasen und deren gesundheitlichen Nutzen aufzuklären und darauf hinzuwirken, daß dieses Wissen/Verständnis in die Gesundheits- und Wirtschaftspolitik eingeht. "Ärzte und Ärzteorganisationen,insbesondere die ärztlichen Versorgungswerke, werden aufgefordert, ihre ihre Investitionen von fossilen Energien abzuziehen und in Investments umzuschichten, die einer nachhaltigen Gesundheit dienen und zu Versorgern zu wechseln, die Strom/Energie aus 100 % Erneuerbaren Energien anbieten.Der Klimawandel stellt eine der größten Bedrohungen der Gesundheit sowie anderer Menschenrechte dar. Schon jetzt stirbt jeder 8. Mensch weltweit an den Folgen fossiler Energien (WHO). Der Klimawandel bedroht, wenn  wir so weitermachen wie bisher, sogar unsere Zivilisation selbst. So stehts im Deutschen Ärzteblatt!!!    Das ist die Position der Deutschen Ärzteschaft im Gegensatz zu denen, die das Miniproblem Infraschall derartig extrem aufbauschen. Jedes Windrad spart jedes  Jahr Tausende Tonnen CO2 ein, und jedes, was nicht errichtet wird, leistet dem Klimawandel Vorschub. Ich frage mich, ob der Kampf gegen Windräder und damit gegen die Energiewende überhaupt ethisch verantwortet werden kann. Eine Studie in Auckland untersuchte die Frage, ob Krankheiten durch die Angst vor Infraschall entstehen. Befördert vielleicht die Sorge, daß Infraschall der Gesundheit schadet, eben jene Symptome, die vom Infraschall befürchtet werden. Verantwortlich wäre dann nicht der Infraschall, sondern vielmehr der "Nocebo-Effekt", das Gegenteil des bekannteren "Placebo-Effektes". Der Noceboeffekt kann durch die Sorge um eintretende Nebenwirkungen bei einer Behandlung eben diese verschlimmern. Oder auch dafür sorgen, daß ein Schmerzmittel kaum Wirkung zeigt. Wichtige Schritte zur Heilung dieser Beschwerden: weniger Panikmache!!  Am Ende steht im Gemeindeblatt eine Forderung nach einem bestimmten Abstimmungsverhalten der Gemeinderäte in dieser Sache. Ich kann mir denken, was damit bezweckt werden soll, will aber die Beurteilung anderen überlassen. Ich möchte betonen, daß uns allen, auch den Befürwortern Erneuerbarer Energien und damit der Windräder, die Gesundheit der Bürger extrem wichtig ist. Finanzielle Interessen spielen dabei für uns absolut keine Rolle.                            Dr. med. Horst Klett

Zuletzt geändert am: 25 Oct 2015 um 10:56

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